10 Anregungen für die perfekte Verlobung
"ÜBERRASCHUNG",.. die Katastrophe, wenn dann die Fotografin plötzlich aus dem Gebüsch springt,... wie man einen Antrag todsicher zerstört.
Meine Top Ten Anregungen zur Verlobung
Ein Leitfaden für Paare – und ein Plädoyer für echte Momente
von Mag. Sabine Hütter
Ein Leitfaden für Paare – und ein Plädoyer für echte Momente
Wedding Expertin und Hochzeitsfotografin Mag. Sabine Hütter (Gründerin von Society Photography Austria) hat in den vergangenen 20 Jahren mehr als 400 Hochzeitspaare auf dem Weg in die Ehe begleitet. Sie arbeite dabei europaweit, in Österreich aber mit den Schwerpunkten Wien, Graz und Salzburg. | Foto: Chris Ernst © by Society-Photography.at
Vorweg eine wichtige Warnung
Die Verlobungsfeier kann ein Feuerwerk aus Emotionen vor laufender Kamera sein – für den Antrag selbst ist Öffentlichkeit ein absolutes TABU.
Eine Verlobungsfeier im Kreis der Familie oder mit engen Freunden trägt oft eine energiegeladene, freundliche, fast magische Atmosphäre. Als Probelauf für die Hochzeit ist sie ideal: Hier entstehen die ersten Fotos, die ersten gemeinsamen Erinnerungen und die ersten kleinen Rituale eines zukünftigen Ehepaares. Professionelle Fotos machen hier absolut Sinn.
Doch der Heiratsantrag selbst sollte NIEMALS in ein mediales Großereignis verwandelt werden.
Kein Live-Stream.
Kein spontan hervorspringender Fotograf.
Kein Handy, das jede Träne und jeden Atemzug dokumentiert.
Warum?
Weil der Antrag ein intimer Moment ist – und im schlimmsten Fall zum persönlichen Super-GAU wird:
Wenn die Antwort nicht „Ja“ lautet.
Wenn die Angebetete von der ganzen Inszenierung überfordert ist.
Wenn der Druck der Öffentlichkeit die Entscheidung beeinflusst.
Ein Heiratsantrag braucht Stille, Freiheit und Echtheit – nicht Scheinwerfer und 150 Zuseher auf Youtube
Top Ten Anregungen rund um die Verlobung
1. Eine Verlobung ist ein echter Vertrag
Ein einfaches „Willst du mich heiraten?“ und ein ehrliches „Ja“ reichen aus. Damit entsteht ein rechtlich relevantes Verlöbnis – ohne Formular, ohne Standesamt.
2. Die Anmeldung zur Trauung zählt bereits
Wer beim Standesamt die Eheschließung anmeldet, ist automatisch verlobt. Viele Paare wissen nicht, dass damit der formelle Akt bereits begonnen hat.
3. Volljährigkeit ist Voraussetzung
Verlobungen sind nur zwischen volljährigen Personen möglich – Minderjährige benötigen die Zustimmung ihrer Eltern.
4. Geschäftsfähigkeit ist Pflicht
Ein Antrag im Zustand massiver Trunkenheit ist rechtlich unwirksam. Ein Verlöbnis setzt geistige Klarheit voraus.
5. Keine Doppelverlobung
Wer bereits verheiratet oder verlobt ist, kann sich nicht erneut wirksam verloben. Exklusivität ist gesetzlicher Standard.
6. Der Eheversprechen-Teil ist nicht einklagbar
Auch wenn es ein Vertrag ist: Niemand kann eine Eheschließung gerichtlich erzwingen. Liebe ist keine Vollstreckungssache.
7. Schadenersatz ist möglich
Tritt jemand ohne triftigen Grund vom Verlöbnis zurück, können Kosten ersetzt verlangt werden – etwa für gebuchte Reisen, Outfits oder geleistete Anzahlungen.
8. Verlobungsgeschenke können zurückgefordert werden
Kommt es nicht zur Hochzeit, werden Geschenke mit Bezug zum Verlöbnis (z. B. Ringe) zurückgegeben. Persönliche Geschenke wie zu Weihnachten oder Geburtstagen sind davon ausgenommen.
9. Keine steuerlichen Vorteile
Verlobte haben weder steuerliche Freibeträge noch erbrechtliche Privilegien. Diese gelten erst ab Eheschließung.
10. Zeugnisverweigerungsrecht
Im Strafprozess dürfen Verlobte die Aussage verweigern – ähnlich wie Ehepartner. Ein kleiner, aber oft überraschender Vorteil.
Der romantische Part
Warum Verlobungen trotz aller Paragrafen Herzenssache bleiben
Jenseits aller rechtlichen Feinheiten ist eine Verlobung vor allem eines: der Moment, in dem zwei Menschen beschließen, gemeinsam weiterzugehen. Nicht als Pflicht, nicht als Formalität, sondern als Gefühl, das Zukunft formt.
Eine Verlobung ist der Augenblick, in dem ein „wir könnten“ zu einem „wir wollen“ wird.
Der Punkt, an dem zwei Leben sich ausrichten für einen gemeinsamen Weg.
Und dieser Weg beginnt nie mit einer Show.
Er beginnt in einem ruhigen Atemzug, einer Berührung, einem Blick, der sagt:
„Ja. Mit dir.“
INVESTITIONEN in eine gemeinsame ZUKUNFT - wenn der Funke überspringt, dann trägt jeder einzelne dazu bei, dass die Hochzeit zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten wird. Wenn die Verlobung platzt, dann können tatsächlich Schadenersatzforderungen entstehen ©by Sabine Hütter, society-photography.at
Nach mehr als 400 Hochzeiten, versteht die Fotografin Sabine Hütter, wie wichtig es auch für gleichgeschlechtliche Paare ist, nicht ausschließlich über ihre sexuelle Präferenz definiert zu werden, sondern als leidenschaftlich liebendes Paar gezeigt zu werden. ©by Sabine Hütter, society-photography.at
„✨ Ich fotografiere keine Paare, die anders sind – ich fotografiere Menschen, die sich trauen, sie selbst zu sein.“
Wenn es gelingt die 10 Anregungen ein wenig im Fokus zu behalten, dann steht einem entspannten, wirklich schönen und vor allem stressfreien Start in den Hochzeitstag nichts im Wege und es entstehen außergewöhnlich ausdrucksstarke Fotos mit einem unverwechselbaren Flair.