“FELDBACH VERRÜCKT?” - Fasching-Dienstag im Vulkanland
von Sabine Hütter, 17. Februar 2026
Erlebnisbericht vom FASCHING in FELDBACH
Der Fasching in Feldbach zeigte sich heuer ruhiger, als es große Faschingsnarrative oft versprechen. Wer einen urbanen Ausnahmezustand oder eine spontane Massenekstase erwartete, musste seine Erwartungen rasch justieren. Der Auftakt erinnerte in Atmosphäre und Dynamik eher an einen geselligen Weihnachtsmarkt – nur eben mit deutlich mehr Farbe, Fantasie und Verkleidung.
FELDBACH VERRÜCKT? - Das Motto 2026 des Fasching-Dienstag in Feldbach | Foto: Sabine Hütter, Salzburg ©by society-photography.at
Der Anspruch war dennoch klar formuliert. Feldbach stellte sich bewusst der Herausforderung, im Konzert der heimischen Faschingsveranstaltungen mitzuspielen und sich – zumindest konzeptionell – mit Hochburgen wie Villach zu messen. Ein ambitioniertes Unterfangen, das von Josef Ober bei der Programmpräsentation offen vertreten wurde. Gemeinsam mit dem Kulturverein Stadtwache Feldbach setzte die Stadt auf Unterhaltung, Vielfalt und einen langen Atem.
Die ‘Grandes Dames’ des Fasching-Adels in den Straßen von Feldbach | Foto: Sabine Hütter - © by www.society-photography.at
Während des Festumzuges blieb die Stimmung zunächst verhalten. Viele Zuschauer, wenig Überschwang. Man schlenderte, blieb stehen, führte Gespräche. Genau diese Zurückhaltung prägte den frühen Verlauf: Feldbach wirkte weniger wie eine brodelnde Faschingsarena, sondern wie ein Treffpunkt für bekannte Gesichter, Nachbarn und Freundeskreise – gesellig, aber kontrolliert.
Ein Glanzpunkt des Fasching-Umzugs in Feldbach im Zeichen von “Flower Power” : Seniorenbund Leitersdorf | Foto: Sabine Hütter, society-photography.at
Erst nach ausreichendem „Vorglühen“ begann sich das Bild zu verändern. Mit dem Übergang in den späten Nachmittag und frühen Abend verschob sich die Dynamik spürbar. Die Gruppen wurden aktiver, die Musik lauter, die Stimmung stieg. Schritt für Schritt zündete dann auch im Herzen des Vulkanlandes die fünfte Jahreszeit. Das Ambiente erreichte jenes Niveau, das man von einer zünftigen Hüttengaudi kennt: laut, ungezwungen, kollektiv getragen.
VORGLÜHEN ist eine angenehme Pflicht im Fasching von Feldbach | Foto: Sabine Hütter ©by www.society-photography.at
Die Kostüme passten perfekt zu diesem Rahmen. Bunt, fantasievoll und vor allem wetterfest. Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen dem heimischen Fasching in der Steiermark und dem zeitgleichen Karneval in Rio de Janeiro. Während dort sommerliche Temperaturen und minimale Stoffmengen dominieren, verlangt der steirische Februar nach Pragmatismus. Funktionalität und Kreativität gingen in Feldbach sichtbar Hand in Hand.
KEINE BERÜHRUNGSÄNGSTE gab es bei der Auswahl und der handwerklich gelungenen Herstellung der Faschingskostüme. Feldbach bot Unterhaltung für jeden Geschmack und alle Altersklassen. | Foto: Sabine Hütter ©by www.society-photography.at
Am Ende blieb ein positiver Eindruck: Obwohl Feldbach nicht zum Epizentrum des Faschings wurde, war die Stadt trotzdem eine begeisternde Gastgeberin für die vielen Besucher. Feldbach entwickelt sich immer mehr zu einem geselligen Treffpunkt mit wachsender Gravitation. Keine Ekstase auf Knopfdruck, aber nachhaltige gute Laune , die Raum für unvergessliche Momente eröffnete.
FASCHING in FELDBACH 2026 - eine Blick aus der Vogelperspektive | Foto: Sabine Hütter - www.society-photography.at
Fotostrecke
Eine kleine Auswahl der lebendigsten und interessantesten Eindrücke während des bunten Faschings 2026 in Feldbach | Fotografie: Sabine Hütter – Society Photography Austria
SABINE HÜTTER, Fotojournalistin von Society-Photography, während des Fasching in Feldbach, im steirischen Vulkanland.