METHODE VORWERK - Thermomix, Kobold und die Zukunft von Messen

von Chris Ernst, 15. März 2026

Ein Erlebnisbericht von der ‘Wohnen & Interieur’

Vom Marktplatz der Information zum Raum der Erfahrung: Die ‚Methode Vorwerk‘ prägt ein neues Messeverständnis

„Business ist People.“ – Mit dieser ebenso einfachen wie prägnanten Aussage bringt Stefan Holböck, Branch Manager von Kobold Austria (Vorwerk), auf den Punkt, was viele digitale Strategien bis heute nicht vollständig ersetzen können: die Kraft der menschlichen Begegnung. 

Stefan Holböck, Branch Manager von Kobold Austria (Vorwerk) auf der diesjährigen ‘Wohnen & Interieur’ in der Messe in Wien | Foto: Chris Ernst, Wien ©by society-photography.at

Wir treffen Holböck auf der diesjährigen Wohnen & Interieur in Wien, Österreichs größter Messe für Wohntrends, Möbel, Garten und Design mit rund 400 Ausstellern und etwa 36.000 Besuchern. Zwischen Designobjekten, Küchenwelten und Einrichtungskonzepten wird hier nicht nur präsentiert – hier wird erlebt, ausprobiert und vor allem gesprochen.

Stefan Holböck verantwortet mit Kobold den traditionsreichsten Geschäftsbereiche von Vorwerk – Staubsauger und Reinigungssysteme, die seit Jahrzehnten erfolgreich im persönlichen Gespräch an der Haustür, erfolgreich positioniert und vermarktet werden. Ein Modell, das in Zeiten von E-Commerce und algorithmischen Kaufempfehlungen fast anachronistisch wirkt – und doch aktueller denn je ist.

Vorwerk setzt sowohl bei seinem Reinigungssystem ‘Kobold’, wie auch bei dem Küchensystem ‘Thermomix’ auf persönliche beratung und unmittelbares Erleben. | Foto: Chris Ernst © by www.society-photography.at

Und doch existieren Publikumsmessen weiterhin – nicht als Relikt, sondern als transformiertes Format mit neuer Bedeutung.

Ihre heutige Existenzberechtigung liegt weniger im kognitiven Innovationstransfer als vielmehr im habituellen Erleben. Es ist das, was sich nicht digitalisieren lässt: das Greifen, um zu begreifen. Die unmittelbare Erfahrung von Materialität, Proportion und Atmosphäre. Echtholz entfaltet seine Wirkung nicht auf dem Bildschirm, sondern in der Hand. Hochwertiges Besteck überzeugt nicht durch Pixel, sondern durch Gewicht, Balance und Haptik. Und die Raumwirkung von Designobjekten oder Kunstwerken entsteht erst im physischen Zusammenspiel von Licht, Perspektive und Präsenz.

Virtuelle 3D-Visualisierungen mögen diese Eindrücke simulieren – sie bleiben dennoch Annäherungen, Kompromisse. Sie ersetzen nicht das Gefühl, sich in einem Raum zu bewegen, Objekte zu umkreisen, Oberflächen zu ertasten. Genau hier liegt die Stärke der Messe im 21. Jahrhundert: in der Unmittelbarkeit des Erlebens.

Vorwerk ist seit vielen Jahren ein fixer Bestandteil der ‘Wohnen & Interieur’, der größten Wohn-Messe Österreichs | Foto: Chris Ernst, society-photography.at

Mag. Christine Kosar, verantwortliche Messeleiterin der ‘Wohnen & Interieur’, einer der größten Publikumsmessen in Österreich. Seit vielen Jahren gestaltet sie aktiv die Transformation der Leitmesse für Wohnkultur | Foto: Chris Ernst ©by www.society-photography.at

Damit hat sich auch ihr Wesen verändert. Die Messe ist nicht mehr primär ein Ort der einseitigen Präsentation, sondern ein Ort der Begegnung und des Dialogs. Menschen treffen auf Menschen – nicht nur auf Produkte. Gespräche entstehen spontan, Eindrücke werden gemeinsam reflektiert, Entscheidungen emotional verankert. Diese soziale Dimension gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Mit dieser Verschiebung verändert sich auch die Art der Präsentation. Wo früher Informationsmaterial dominierte, entsteht heute Interaktion. Der klassische Messebesucher, der mit Taschen voller Prospekte nach Hause ging, wird zunehmend abgelöst durch den Besucher, der Erfahrungen sammelt: Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben, die emotional berühren und die letztlich auch Kaufentscheidungen beeinflussen.

Für Aussteller bedeutet das eine neue Herausforderung. Es reicht nicht mehr, Produkte zu zeigen – sie müssen inszeniert, erlebbar gemacht, in einen Kontext gestellt werden. Der Messestand wird zur Bühne, zur Schnittstelle zwischen Marke und Mensch, zwischen Objekt und Emotion. Wer es schafft, nicht nur Interesse, sondern Begeisterung zu erzeugen, schafft auch wirtschaftlichen Erfolg.

So wird die Publikumsmessse zu einem hybriden Raum: zwischen Markt und Erlebniswelt, zwischen Ausstellung und Begegnungszone. Ihre Stärke liegt nicht im Wettbewerb mit digitalen Medien, sondern in der bewussten Ergänzung. Sie bietet das, was der virtuelle Raum nicht leisten kann – Präsenz, Nähe, Sinnlichkeit.

In einer zunehmend digitalisierten Welt wächst paradoxerweise das Bedürfnis nach dem Analogen, nach dem Echten, nach dem direkten Kontakt. Die Messe erfüllt genau dieses Bedürfnis. Nicht trotz des Internets, sondern gerade wegen ihm.

Ihre Zukunft liegt daher nicht im Festhalten an alten Konzepten, sondern in der konsequenten Weiterentwicklung als Ort des Erlebens – ein Raum, in dem Menschen nicht nur sehen, sondern fühlen, nicht nur vergleichen, sondern erleben, nicht nur konsumieren, sondern in Beziehung treten.

Fotostrecke

Eine kleine Auswahl der interessantesten Eindrücke während des Besuchs auf der ‘Wohnen & Interieur’, 2026, im Messecenter Wien | Fotografie: Chris Ernst – Society Photography Austria

Sabine Hütter

SABINE Hütter | Society Photography Austria | Hochzeitsfotografin in Wien, Graz & Salzburg mit Gespür, Erfahrung und dem Talent für authentisches Storytelling.

Mit österreichischen Wurzeln und über 20 Jahren internationaler Erfahrung steht Sabine Hütter für eine Fotografie, die weit über die bloße Abbildung des Offensichtlichen hinausgeht. Von Hochzeiten in Paris über Werbeproduktionen auf den Kanaren bis hin zu Messe-Reportagen in Barcelona hat sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu jedes Umfeld gemeistert – immer mit einem klaren Anspruch:

„Mein ANSPRUCH ist es, keine FOTOS ABZULIEFERN, sondern ZEITZEUGNISSE zu schaffen.“

Diese Haltung prägt ihre Arbeiten bis heute. Egal, ob am Red Carpet der Salzburger Festspiele, beim Red Bull Air Race in Budapest oder am Altar einer kleinen, verträumten Hochzeit in der Südost-Steiermark – Sabine definiert sich nicht über Anwesenheit in Stunden oder Anzahl der Fotos, sondern die Wirkung der Fotos und Videos, die wirklich ansprechen und berühren.

SOCIETY PHOTOGRAPHY AUSTRIA | WIEN, GRAZ & SALZBURG

Heute bietet Sabine gemeinsam mit ihrem Team maßgeschneiderte fotografische Lösungen an, insbesondere im Bereich der Hochzeitsfotografie für Wien, Graz und Salzburg. Ihr Stil verbindet ästhetische Präzision mit emotionaler Tiefe – das AUSSERGEWÖHNLICHE ist hierbei der STANDARD.

https://www.society-photography.at
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MESSE neu denken, bedeutet ein Festival der Sinne - ‘Wohnen & Interieur’ in Wien

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